Autobahn und Buddikate

Autobahn und Buddikate

Autobahn

Unser Dorf Rohlfshagen liegt ziemlich genau zwischen den beiden großen Städten Hamburg und Lübeck. Logisch also, dass die Haupt-Verkehrsverbindungen zwischen diesen beiden Städten in unserer Nähe vorbeikommen. Rohlfshagen wird auf der westlichen Seite von der Bahnlinie Hamburg-Lübeck gekreuzt, auf der östlichen Seite von der Bundesautobahn A1.

Die Bundesautobahn 1 führt von Heiligenhafen an der Ostsee über Lübeck und Hamburg bis nach Saarbrücken und ist mit einer Länge von 749 Kilometern die drittlängste Autobahn in Deutschland.

In den 1920er Jahren wurde der Streckenabschnitt zwischen Hamburg und Lübeck (auch Vogelfluglinie genannt) geplant. Im Dritten Reich erfolgte der Bau (1934-1937) und am 13. Mai 1937 wurde die Autobahn dann für den Verkehr freigegeben. Ein Jahr später wurde die direkt an der Autobahn gelegene Rohlfshagener Gaststätte „Buddikate“ dann zur Autobahnraststätte (mehr zur Buddikate unten).

Es gab zunächst zwei Fahrspuren je Fahrtrichtung. In den 1970er Jahren wurde die Autobahn dann praktisch neu gebaut und drei Fahrspuren je Fahrtrichtung eingerichtet. Auch wurden dann Mittelleitplanken installiert, für viele Rohlfshagener völlig unverständlich, war man doch nun der Möglichkeit beraubt, über den Mittelstreifen und über die Gegenfahrbahn auf die alte Raststätte Buddikate zu gelangen und so recht schnell aus Hamburg kommend nach Hause zu kommen.

Über die Jahrzehnte nahm der Verkehr stetig zu. Im Jahr 2014 fuhren täglich durchschnittlich 63.800 PKW und 9.700 LKW bei der Zählstelle in Bad Oldesloe vorbei. Und auch zukünftig wird der Verkehr eher zunehmen, die geplante feste Fehmarnbelt-Querung wird sicher zu einer weiteren Zunahme des Verkehrs führen.

Sanierung der Autobahn A1 im Jahr 2010, Höhe Fahrradwanderweg

Eine Kuriosität gibt es noch von der letzten Grundsanierung der A1 aus dem Jahr 2010 zu vermelden: Auf dem Rohlfshagen passierenden Teilstück wurde die Autobahn gleich zweimal hintereinander grundsaniert. Nach der ersten Sanierung wurde festgestellt, dass der verwendete Beton nicht den geforderten Qualitätskriterien entsprach, man hat daher die neu erstellte Fahrbahn vor der Freigabe gleich wieder abgerissen und noch einmal gebaut. Klar, dass so etwas zu viel Kopfschütteln in Rohlfshagen geführt hat.

Nun aber noch ein paar Worte zur Buddikate:

Die Rohlfshagener Gaststätte Buddikate, direkt an der A1 gelegen, wurde 1938 ein Jahr nach Eröffnung der Autobahn zur Autobahnraststätte.

Die wahre Raststätte Buddikate in Rohlfshagen

Die Gaststätte Buddikate hat eine lange Tradition. Vor ihrer Zeit als Autobahnraststätte war sie schon 250 Jahre alt und hat ca. im Jahr 1728 gar einmal dem jungen Zaren Peter III. als Jugendlichem als Erziehungsstätte gedient.

Viele Jahre lang ist die Buddikate dann ein weithin bekanntes Ausflugslokal. Zwei schöne Dokumente aus dieser Zeit haben wir gefunden:

Die Buddikate lädt zum Vatertag 1958
alte Speisekarte der Raststätte Buddikate

Im Jahr 1967 wurde die Rohlfshagener Buddikate dann geschlossen. Die B404 wurde gebaut und sollte einen Raststätten-Anschluss erhalten, so wurde eine neue Raststätte an der A1 auf Höhe Todendorf gebaut. Den Namen Buddikate hat man dann auch gleich geklaut. Daher gibt es heute immer noch eine Autobahn-Raststätte Buddikate, diese liegt zwischen den Anschlussstellen Bargteheide und Ahrensburg. Falls Sie also an der heutigen Raststätte Buddikate auf der A1 vorbeifahren oder gar dort einkehren sollten, denken sie immer daran: die echte Buddikate liegt in Rohlfshagen! 😊

Nach Schließung der Autobahn Raststätte Buddikate im Jahre 1967 verblieb dort aber noch ein Parkplatz an der Autobahnstrecke, der aufgrund seiner Lage am schönsten Fluss Europas „An de Sylsbek“ genannt wurde. Ein aufgrund seiner schönen Waldrandlage vor allem bei Urlaubsreisenden sehr beliebter Parkplatz.

Kresol auf dem Parkplatz „An de Sylsbek“

Bundesweit bekannt wurde „An de Sylsbek“ durch einen Chemie-Unfall. Am 24. Januar 1989 entleerte der Fahrer eines Tanklastzuges aus dem Tank seines Fahrzeuges auf dem Parkplatz ca. 5.000 Liter Kresol. Er hatte das Kresol in Dänemark nicht entladen und hatte aus Furcht vor Konsequenzen, wenn er mit Ladung wieder heimkehrt, die noch gefüllte Tankkammer besser „entsorgen“ wollen. Kresol, in hoher Konzentration eine giftige Chemikalie, stinkt erbärmlich und verursacht Kopfschmerzen, Bindehautentzündungen, Husten und Erbrechen. Das Kresol gelangte in die Sylsbek, Fische gingen auch noch in der Beste und Trave ein. In Rohlfshagen wurden tagelang die Fenster geschlossen gehalten, der Geruch war übel wahrzunehmen. Der Parkplatz „An de Sylsbek“ musste grundsaniert werden und die Bewohner der Buddikate wurden über Monate evakuiert und lebten in einem Hotel.

Im Jahr 2004 wurde der Parkplatz „An de Sylsbek“ dann, wie viele andere Parkplätze auch, im Zuge von Einsparungsmaßnahmen – man wollte die Betriebskosten sparen – geschlossen.

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